"Walter Markert in Münstermaifeld"

… das ist der Titel unserer neuen Jahresausstellung, die am Sonntag den 25. Oktober 2026 um 15 Uhr in der Alten Propstei in Münstermaifeld eröffnet wird. Sie ist dem Münstermaifelder Werk des Künstlers Walter Markert (1926 – 2006) gewidmet. Es ist ein glücklicher Zufall, dass er genau am Tag der Ausstellungseröffnung 100 Jahre alt geworden wäre. Markert hatte drei Jahre lang von 1954 bis 1957 in Münstermaifeld gelebt und gearbeitet. Er hatte zuvor an den Kunstakademien von Darmstadt und Karlsruhe studiert und war im Brotberuf Lehrer für Kunst- und Leibeserziehung an der damaligen Kurfürst-Balduin-Aufbauschule in Münstermaifeld geworden, dem heutigen Gymnasium. Dort hat er vor Ort zwei großformatige Werke hinterlassen, mit denen er sich sogar in die Lokalgeschichte eingeschrieben hat: Ein für jedermann sichtbares imposantes Mosaik des Kurfürsten Balduin an der Fassade und ein Wandbild in Form eines Triptychons in einem der Treppenhäuser. Der ehemalige Lehrer Heinz Laubenthal bemerkte zu den drei Wandbildern: „Thematisch werden die Bildungsebenen der Schule dargestellt, die Wissenschaft, die Körperertüchtigung und das Musische.“

Wandbild im Kurfürst-Balduin-GymnasiumViele Münstermaifelder kennen beide Arbeiten, aber der Name des Künstlers ist nicht mehr präsent. Innerhalb des Gesamtwerks Markerts waren die drei Jahre in Münstermaifeld indessen eine sehr produktive und wichtige Periode. Insgesamt lassen sich rund 80 Arbeiten nachweisen, die einen direkten Bezug zu Münstermaifeld haben oder dort entstanden sind, Gemälde, Zeichnungen und Radierungen. Markerts Werk der ersten Lebenshälfte, das wir in der Ausstellung präsentieren, zeigt eine interessante Hinwendung von den anfänglich figurativen Bildern zur Abstraktion. Mit seinen großformatigen abstrakten Bildern war Markert am Anfang der 1960er Jahre zu einem bedeutenden Vertreter der abstrakten Kunst im Rhein-Neckar-Raum geworden.

Der Trierer Kunsthistoriker Dr. Harry Seiwert, der die Ausstellung kuratiert, hat mit akribischer Recherche die verstreuten Werke zusammengetragen und die erste Monografie über Walter Markert geschrieben. Das Buch umfasst 135 Seiten. Es beschreibt Markerts Leben in Münstermaifeld und bildet zahlreiche der in der Ausstellung gezeigten Werke ab.

Mit der Ausstellung und der Herausgabe der Publikation zu Walter Markert möchte die Stiftung Kulturbesitz Gebiet Münstermaifeld das Werk Walter Markerts wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und damit einen weiteren wichtigen Beitrag zur vielseitigen und spannenden Geschichte der Stadt Münstermaifeld liefern.

 

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