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Schatzkammer: Ein Zuhause für die Eucharistische Taube

Vitrine

1. Was steht in der Schatzkammer?

Die Eucharistische Taube:

Im Zentrum unserer Schatzkammer steht das wichtigste Exponat unserer Ausstellung: Die Eucharistische Taube.
Hergestellt im 13. Jahrhundert in den Goldschmiedewerken von Limoges (Frankreich) ist sie heute eine von weltweit nur noch etwa 40 ähnlich existierenden Tauben. Die meisten davon befinden sich in den bedeutendsten Museen der Welt, wie zum Beispiel im Louvre in Paris und im Reichsmuseum in Amsterdam.
Umso größer ist der Stolz, eine dieser kunsthistorisch herausragenden Hostientauben das Eigentum der Pfarrgemeinde unseres kleinen Städtchens nennen zu können. Sie gehört somit zu den wenigen Resten des ehemaligen Kirchenschatzes, der die Plünderung der napoleonischen Zeit überstand.
Taube
Im 12. Jahrhundert entwickelten sich die Goldschmiedewerkstätten von Limoges zu einem glänzenden Zentrum für Emailkunst, deren Spezialität bald die Herstellung der vergoldeten Tauben waren, die in den mittelalterlichen Kirchen zur Aufbewahrung der Hostien dienten.
Relativ kurz war jedoch ihre Blütezeit, nachdem sie im 14/15. Jahrhundert von den Sakramentshäusern als Aufbewahrungsort des eucharistischen Brotes abgelöst wurden.

Betrachtet man die Taube genauer, erkennt man schnell das Detailreichtum und die Feinheit der Verzierungen in der teilvergoldeten Emailarbeit. Muster entlang der Flügelkanten und im Bereich der Nieten und die für die Hostientauben übliche Farbgebung von Blau, Weiß und Grün an den Flügeln verleihen ihr eine gewisse Pracht und Glanz.

Trotz erkennbarer Restaurierungsarbeiten aus dem 19. Jahrhundert, wie ein Gold-Bronzeüberzug, der sich nahezu auf dem ganzen Korpus finden lässt oder einer Blei-Lötstelle unterhalb des Schwanzes, lässt sich unsere eucharistische Taube jedoch das stolze Alter von etwa 700 Jahren nicht anmerken.


Der Kerzenleuchter:

Ein weiteres Exponat ist der Kerzenleuchter, dessen Herstellung auf das 13. Jahrhundert zu datieren ist. Leuchter
Er ist aus Bronze gefertigt und besteht aus drei Teilen: dem Fuß, dem Knauf (Nodus) und den trichterförmigen Kerzenteller, die zusammen auf einen Stahldorn montiert wurden. Die Teile wurden jeweils separat in einer verlorenen Form gegossen und danach zusammengesetzt. Der Dorn ist im Fuß mit einer Mutter gekontert und im Teller nachträglich eingebleit worden.
Ein Reichtum an Verzierungen schmücken den Leuchter verleihen ihm damit seine Pracht.
Die Beine stellen jeweils eine Art Drachen dar, deren Schwänze in zahlreichen blattartigen Verschlingungen zusammenführen. Eine Art Palmettenfries schließt den Fuß ab. An ihn ist der durchbrochene palmblattartige Knauf gefügt, aus dem sich trichterförmig der Teller erhebt. Dieser wird von drei Adlern getragen, deren Köpfe über den Rand des Tellers hinausragen.
Die zahlreichen Tier und Pflanzenornamente weisen auf die romanische Epoche hin.
Auch der Kerzenleuchter ist in einem hervorragendem Zustand.

 

Kelch Eimer

 

2. Gutachten über den Zustand der Exponate

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